Forschungsministerin Karliczek eröffnet Tag der ökonomischen Bildung in Münster

Samstag, März 9, 2019

Mit einem „flammenden Appell“ (so die „Westfälischen Nachrichten“) eröffnete am 7. März 2019 Bundesforschungsministerin Anja Karliczek den 6. Tag der ökonomischen Bildung NRW zum Thema „Digitalisierung. Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Schule“ in der Universität Münster.
Im verschärften Wettbewerb mit China und den USA könnten Deutschland und Europa ihren Wohlstand nur bewahren, wenn sie „weiterhin in der ersten Liga mitspielen“ und „die Chancen der Digitalisierung zum Wohle aller nutzen“. Massive Investitionen in Forschung und Bildung seien erforderlich, um die jungen Menschen „in die Lage zu versetzen, sie gestalten zu können“. Die digitalen Mittel gehörten „in dafür aus- und weitergebildete Lehrerhände“, damit daraus „guter Unterricht“ werde – nicht nur „Unterricht mit digitalen Mitteln“, sondern auch „über digitale Mittel“: „Mir ist wichtig, dass alle Kinder schon in der Schule lernen, sich selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Ich möchte, dass sie wissen, was Algorithmen sind und wie sie funktionieren. Damit sie verstehen, warum ihnen das Smartphone immer wieder genau das präsentiert, was sie mögen.“ Wenn Jugendliche das durchschauten, hätten sie die Chance, „sich bewusst aus den Echokammern hinauszubewegen, zwischen Fakten und Fake zu unterscheiden und zu kritischen Erwachsenen heranzuwachsen“.
Dem Verständnis der Zusammenhänge diene auch die ökonomische Bildung, die grundlegende Fragen aufwerfe: „Was bedeutet soziale Marktwirtschaft? Wie wirkt sie sich auf das Leben eines jeden Einzelnen aus? Wie müssen wir zum Beispiel angesichts des Klimawandels unsere Art zu wirtschaften ändern?“ Ökonomische Bildung helfe Schülern „solche wirtschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen“ und „selbstbestimmt gute Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen“. Daten seien „der neue Treibstoff der Wirtschaft“. Auch Schüler müssten „begreifen, dass Daten nicht nur privat, sondern auch Wirtschaftsgüter und wertvoll sind“. Wie wir damit am besten umgehen, sei „inzwischen wichtiger Teil von ökonomischer Bildung“.
Die „erste Runde im Wettbewerb um Verbraucherdaten“ sei „an die großen amerikanischen Konzerne gegangen“. Aber der „Wettbewerb um Industriedaten“ sei „noch offen“: Deutschland mit seiner „starken Industrie“ habe „einen riesigen Schatz an Industriedaten“. Es gelte, die „großen Potenziale Künstlicher Intelligenz in der industriellen Produktion, in der Logistik, im Gesundheitswesen, im Automobilsektor und generell in einer nachhaltigen Mobilität in den Städten und auf dem flachen Land“ zu nutzen. Dabei grenzte sich Karliczek klar sowohl von China als auch von den USA ab: „Grenzenlose Kontrolle durch den Staat werden wir niemals akzeptieren. Datenmacht in der Hand einiger weniger großer Konzerne wollen wir nicht.“  Künstliche Intelligenz dürfe nicht „Persönlichkeitsrechte und den Schutz von Daten völlig über den Haufen werfen“. Deshalb brauchten wir „europäische Standards für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz“ und „für den Schutz und den Austausch von Daten. Mit der Datenschutzgrundverordnung habe „die EU gezeigt, dass sie in diesem Bereich nicht nur mit einer Stimme sprechen, sondern tatsächlich Standards setzen“ könne, die „weltweit Beachtung“ fänden“ und „im Endeffekt sogar einen Wettbewerbsvorteil“ brächten.
Den vollständigen Wortlaut der Rede finden Sie unter: https://www.bmbf.de/de/chancen-der-digitalisierung-nutzen-8069.html
Zum Bericht der „Westfälischen Nachrichten“ vom 8.3.2019 gelangen Sie hier: https://www.wn.de/Muenster/3695271-Oekoenomische-Bildung-an-Schulen-Karl...